Die EC Hannover Indians haben ein Wochenende mit zwei Gesichtern hinter sich: Am Freitagabend unterlagen sie am Pferdeturm dem Spitzenreiter Tilburg Trappers mit 2:5, am Sonntagabend gewannen sie beim EHC Neuwied mit 5:1 und holten damit den ersten Auswärtssieg der Saison.
Tilburg Trappers nutzen ihre Momente konsequenter
Im ersten Abschnitt vor 3.011 Zuschauern waren die Niederländer die bessere Mannschaft und gingen in der siebten Minute durch Kobe Roth verdient mit 1:0 in Führung. Dass es bei diesem einen Treffer blieb, lag auch an Timo Herden, der im Tor der Indians immer wieder im Mittelpunkt stand.
Nach dem Seitenwechsel drehte sich das Bild. Hannover kam deutlich besser ins Spiel, bot dem Tabellenführer einen Kampf auf Augenhöhe und hatte dabei leichte Vorteile. Lars Bergbauer sorgte in der 27. Minute für den verdienten 1:1-Ausgleich, ehe Danny Stempher die Gäste in der 39. Minute erneut in Führung brachte. In den entscheidenden Momenten zeigten sich die Trappers abgezockter und hatten jedes Mal die passende Antwort parat: Justin van de Ven stellte 71 Sekunden nach Beginn des Schlussdrittels auf 1:3, Christoph Kabitzky verkürzte im Powerplay auf 2:3, doch Jakob Stridsberg baute den Vorsprung eineinhalb Minuten später wieder aus. Reno de Hondt traf acht Sekunden vor dem Ende in das verwaiste Tor zum 2:5 – ein Endstand, der nicht ganz unverdient war, in dieser Höhe aber ein Tor zu hoch ausfiel.
Michael Baindl sieht die Formkurve steigen
„Wir waren sehr aktiv. Ich muss dabei auch unsere vierte Reihe loben, die hat viel Energie reingebracht“, sagte Michael Baindl. Der Trainer stellte die Leistung über das Ergebnis: „Wir hatten so viele Chancen. Ich wünsche den Jungs einfach, dass sie sich selbst belohnen – und die Pucks reinfallen, damit die Jungs für ihre harte Arbeit belohnt werden. Die Einstellung ist unfassbar gut.“ Auch Tilburgs Coach Danny Albrecht brach eine Lanze für den Gegner: „Michis Team spielt gutes Eishockey. Einfach nur Geduld haben und ein bisschen Zeit geben – das wird schon.“
EC Hannover Indians – Tilburg Trappers 2:5 (0:1, 1:1, 1:3)
Tore: 0:1 (06:31) Kobe Roth (Marco Cavalleri, Phillip Marinaccio), 1:1 (26:35) Lars Bergbauer (Maximilian Menner), 1:2 (38:54) Danny Stempher (Reno de Hondt), 1:3 (41:11) Justin van de Ven (Mike Dalhuisen, Phillip Marinaccio), 2:3 (43:44) Christoph Kabitzky (Jussi Petersen, Aaron Reinig), 2:4 (45:14) Jakob Stridsberg (Danny Stempher, Kobe Roth), 2:5 (59:52) Reno de Hondt (Jakob Stridsberg)
Strafminuten: Hannover 8 – Tilburg 8
Torschüsse: Hannover 28 – Tilburg 30
Powerplay: Hannover 1/4 – Tilburg 0/3
Unterzahlspiel: Hannover 3/3 – Tilburg 3/4
Tim Krüger und Tyler McNeely drehen die Partie in Neuwied
Es wurde – und zwar schon zwei Tage später. Auch im Neuwieder Icehouse lagen die Indians zunächst zurück, als Jeroen Plauschin in doppelter Überzahl zum 1:0 traf. Danach übernahm das Team vom Pferdeturm das Kommando: Tim Krüger traf in der zwölften Minute zum Ausgleich, Tyler McNeely brachte Hannover in der 16. Minute mit 2:1 in Führung.
Wyatt Schingoethe und Mathieu Pompei stellen auf 4:1
Im Mittelabschnitt kamen die Gastgeber zu Chancen, doch genau in dieser Phase schlug Hannover zu. Wyatt Schingoethe in der 34. Minute und Mathieu Pompei in der 38. Minute trafen nach sauber vorgetragenen Angriffen zum 3:1 und 4:1. Jussi Petersen machte in der 45. Minute mit dem 5:1 aus einer Bullysituation heraus alles klar. Den Rest der Partie spielten die Indians souverän herunter und ließen den EHC Neuwied anrennen.
Erster Auswärtssieg beendet die Durststrecke
„Wir haben versucht, das Spiel einfach zu halten. So sind wir zu Chancen gekommen und die Tore haben dann unser Selbstvertrauen gesteigert“, erklärte Michael Baindl nach dem Schlusspfiff. Der Erfolg in der Deichstadt beendet eine Serie von vier Niederlagen und ist in Höhe wie Spielanlage mehr als verdient.
EHC Neuwied – EC Hannover Indians 1:5 (1:2, 0:2, 0:1)
Tore: 1:0 (09:37) Jeroen Plauschin (Tom Stumpe, Jeffrey Smith), 1:1 (12:00) Tim Krüger (Phillip Messing, Jari Neugebauer), 1:2 (15:54) Tyler McNeely (Wyatt Schingoethe, Tobias Möller), 1:3 (33:57) Wyatt Schingoethe (Aaron Reinig, Mathieu Pompei), 1:4 (37:49) Mathieu Pompei (Wyatt Schingoethe, Tyler McNeely), 1:5 (44:27) Jussi Petersen (Brandon Alderson)
Strafminuten: Neuwied 2 – Hannover 6
Torschüsse: Neuwied 21 – Hannover 32
Powerplay: Neuwied 1/3 – Hannover 0/1
Unterzahlspiel: Neuwied 1/1 – Hannover 2/3