Sieben Siege aus acht Spielen, 22 Punkte und 50 erzielte Treffer: Kein Team der Oberliga Nord ist bislang so erfolgreich aufgetreten wie die Tilburg Trappers. Am Freitag, 16. Oktober, gastiert der Tabellenführer um 20 Uhr im Eisstadion am Pferdeturm.

Erst am vergangenen Sonntag gaben die Niederländer bei der 2:3-Niederlage nach Verlängerung in Herford die ersten Punkte dieser Saison ab.

Zwei Tage später reisen die Hannover Indians zum Aufsteiger: Am Sonntag, 18. Oktober, treffen sie um 19 Uhr auf die Bären Neuwied, die am vergangenen Wochenende mit einem 4:3 gegen die Hannover Scorpions für das bislang überraschendste Ergebnis der Saison gesorgt haben. Beide Gegner bekommt der ECH in dieser Spielzeit zum ersten Mal zu sehen.

Hannover geht als Tabellenzehnter in das Wochenende

Nach acht Spieltagen stehen für die Indians acht Punkte zu Buche, in der Tabelle bedeutet das Rang zehn. Den Heimsiegen gegen den Herner EV mit 5:3 und gegen die Saale Bulls Halle mit 4:3 folgte am 2. Oktober ein 3:2 nach Verlängerung gegen die KSW IceFighters Leipzig, als Brandon Alderson die Partie in der Overtime entschied. Seitdem blieb der ECH ohne Punktgewinn: In Hamm unterlag Hannover mit 1:3, bei den Hannover Scorpions mit 2:5 und zuletzt am Pferdeturm den Füchsen Duisburg mit 3:5.

Personell ändert sich gegenüber der Vorwoche wenig. Tom-Eric Bappert steht dem Trainerteam um Michael Baindl auch an diesem Wochenende nicht zur Verfügung, ansonsten kann der ECH auf den zuletzt eingesetzten Kader zurückgreifen.

Vor den beiden Partien richtet Michael Baindl den Blick auf die Chancenverwertung und die Stabilität im eigenen Spiel: „Wir müssen uns für unseren Aufwand mit Toren belohnen und unsere Chancen konsequenter nutzen. Gleichzeitig gilt es, individuelle Fehler zu minimieren und als Mannschaft kompakt aufzutreten. Entscheidend ist, dass wir uns gegenseitig unterstützen und auf dem Eis als Einheit agieren.“

Stempher und Marinaccio führen die Tilburger Scorerliste an

Die Offensivkraft der Trappers lässt sich an den Ergebnissen des Saisonstarts ablesen. Dem 8:2 gegen Neuwied folgten ein 8:3 bei den Füchsen Duisburg und ein 8:5 gegen die Hannover Scorpions, zuletzt gewann Tilburg mit 6:3 gegen die Rostock Piranhas. Kein anderer Club der Liga kommt auf eine annähernd vergleichbare Trefferausbeute.

Getragen wird diese Bilanz von einer breit besetzten Angriffsformation. Danny Stempher führt die teaminterne Scorerliste mit sieben Toren und neun Vorlagen aus acht Spielen an, punktgleich dahinter liegt Spielmacher Phil Marinaccio mit vier Treffern und zwölf Assists. Kobe Roth kommt auf 15 Punkte, Max Hermens auf zwölf. Beide zählten bereits in der vergangenen Saison zu den besten Scorern der Liga. Kapitän Reno de Hondt hat in sechs Einsätzen sechs Tore erzielt, Rückkehrer Nardo Nagtzaam steuerte zehn Vorlagen bei. Damit stellt Tilburg gleich mehrere Reihen, die zu Punkten kommen können.

In Herford geriet diese Serie erstmals ins Stocken. Nach einem Rückstand im ersten Drittel drehten die Trappers die Partie durch zwei Treffer binnen 26 Sekunden von de Hondt im Powerplay und Jordy Verkiel, mussten vor der zweiten Pause aber den Ausgleich hinnehmen. In der Verlängerung entschieden die Ice Dragons das Spiel in Überzahl. Cheftrainer Danny Albrecht verwies anschließend auf den schwachen Beginn seiner Mannschaft, die sich im Verlauf der Partie jedoch gesteigert habe.

Tilburg hat vor allem die Defensive neu besetzt

Albrecht bestreitet seine zweite Saison als Cheftrainer in Tilburg, Assistent bleibt Dennis ten Bokkel. Das Kapitänsamt hat Reno de Hondt übernommen. Im Sommer verlor der Club mit Dani Bindels einen Angreifer an die KSW IceFighters Leipzig, Ties van Soest und Torhüter Ruud Leeuwesteijn beendeten ihre Laufbahn. Verteidiger Giovanni Vogelaar verabschiedete sich nach elf Spielzeiten, Alexei Loginov wechselte zu den OG Capitals Leeuwarden in die niederländische Eredivisie.

Die Lücken in der Verteidigung schlossen zwei Neuzugänge. Der 31-jährige Schwede Jakob Stridsberg kam von den Nottingham Panthers und ist der erste Schwede im Tilburger Kader seit der Saison 2010/11, dazu stieß der 23-jährige Wesley de Bruijn aus Den Haag hinzu. Im Angriff verpflichteten die Trappers den 26-jährigen Marco Cavalleri vom EHC Olten aus der Swiss League, der bereits sechs Saisontore erzielt hat. Nardo Nagtzaam kehrte nach sieben Jahren und einer Station bei den Füchsen Duisburg nach Tilburg zurück. Komplettiert wird der Kader durch den 20-jährigen Vince van der Reijden aus dem Nachwuchs des Krefelder EV.

Im Tor steht Cedric Andree, der in Herford 29 Schüsse parierte. Hinter ihm verfügen Danylo Douma und Thijs Kivits bislang über wenig Oberliga-Erfahrung. Als Zielsetzung hat Tilburg erneut einen Platz unter den besten vier Clubs der Liga ausgegeben.

Neuwied kommt als CEHL-Meister in die Oberliga Nord

Der Gegner vom Sonntag tritt in dieser Saison erstmals in der Oberliga Nord an. Die Bären Neuwied spielten zuvor drei Jahre in der CEHL, der früheren BeNeLeague, und gewannen dort zuletzt die Meisterschaft. Zur Saison 2026/27 meldete der Club für die dritthöchste deutsche Spielklasse.

Mit vier Siegen und vier Niederlagen aus acht Spielen liegt Neuwied bei zwölf Punkten auf dem achten Platz und damit vor den Indians. Einem 3:0 gegen die Hammer Eisbären und einem 4:3 gegen die Rostock Piranhas folgte am vergangenen Wochenende der Erfolg gegen die Hannover Scorpions. Zwei Tage nach der 1:6-Niederlage bei den KSW IceFighters Leipzig gewannen die Bären vor 1.016 Zuschauern mit 4:3. Mikka Dietzschold, Adrian Kuhn, Jeff Smith und Juuso Rajala mit einem Treffer im Powerplay drehten die Partie, Torhüter Felix Köllejan wurde zum Spieler des Spiels gewählt. Deutlich verloren hat Neuwied in dieser Saison bislang nur in Tilburg mit 2:8 und in Leipzig.

Rajala und Smith tragen die Neuwieder Offensive

Den Kern der Meistermannschaft hat Neuwied zusammengehalten. Juuso Rajala, 2023 aus Finnland gekommen, verlängerte im Sommer ebenso wie Jeff Smith. Beide führen die teaminterne Scorerliste an: Rajala kommt nach acht Spielen auf drei Tore und neun Vorlagen, Smith auf sechs Treffer und fünf Assists. Dahinter folgt Christian Sprez mit sieben Punkten. Trainer der Bären ist der Niederländer Jeffrey van Iersel, der als Spieler selbst für Tilburg aktiv war, als Torwarttrainer arbeitet Jan Guryca.

Für den Schritt in die Oberliga wurde der Kader gezielt ergänzt. Als erster Neuzugang unterschrieb Verteidiger Jeroen Plauschin, der bei den Eisbären Berlin ausgebildet wurde, zwei Jahre für die Selber Wölfe in der DEL2 spielte und zuletzt mit den Hannover Scorpions das Playoff-Halbfinale erreichte. Den Abgang von Ludvig Hedström soll Matteas Derraugh auffangen: Der 24-Jährige wurde in Berlin geboren, spielte zuletzt für die Stuttgart Rebels und besetzt derzeit eine Kontingentstelle. Im Angriff kamen der 22-jährige Deutsch-Finne Robin Erkinjuntti von den TecArt Black Dragons Erfurt und der 21-jährige Lennard Habeck, der zuvor in Bayreuth und bei den Rochester Grizzlies in Nordamerika spielte.

Die personelle Lage ist angespannt. Kevin Handschuh, mit vier Toren aus sechs Spielen einer der treffsichersten Neuwieder Angreifer, fällt ebenso längerfristig aus wie Marcus Götz und Michael Jamieson, der sich in der Vorbereitung eine schwere Gesichtsverletzung zuzog. Im Tor teilen sich Felix Köllejan, Jonas Gähr und der ausgeliehene Mika Hennig die Einsätze.

Spielbeginn, Tickets und Übertragung

Freitag, 16. Oktober, 20 Uhr, Eisstadion am Pferdeturm, gegen die Tilburg Trappers. Tickets sind im Online-Ticketshop unter www.indians-tickets.de sowie am Spieltag an den Stadionkassen erhältlich. Sonntag, 18. Oktober, 19 Uhr, bei den Bären Neuwied. Beide Partien werden live auf SPRADE TV übertragen.