Die Vorbereitung ist abgeschlossen, jetzt geht es um Punkte: Für die EC Hannover Indians beginnt die Hauptrunde der Oberliga Nord mit einem Auswärtsspiel an der Ostsee und der anschließenden Heimpremiere am Pferdeturm.
Heute Abend gastiert die Mannschaft von Cheftrainer Michael Baindl um 20 Uhr bei den Rostock Piranhas. Am Sonntag, 20. September, empfangen die Indians um 19 Uhr den Herner EV. Zwei Aufgaben, die gleich zum Auftakt Konzentration verlangen – und ein Wochenende mit zahlreichen bekannten Gesichtern.
Drei Rückkehrer erweitern Baindls Möglichkeiten
Personell entspannt sich die Situation beim ECH zum Saisonstart. Wyatt Schingoethe, Tyler McNeely und Alec Zawatsky stehen nach ihren Pausen in der Vorbereitung wieder zur Verfügung. Damit eröffnen sich für Baindl und seine Co-Trainer Robin Thomson und Igor Bacek zusätzliche Möglichkeiten in der Offensive.
Weiterhin verzichten müssen die Indians auf Brandon Alderson und Luca Trinkberger. Alderson hat bereits erste Schritte zurück aufs Eis gemacht; für einen Einsatz am Auftaktwochenende reicht es bei beiden noch nicht. Mit Jussi Petersen wird ein weiterer Spieler krankheitsbedingt ausfallen.
Baindl blickt mit Vorfreude auf den Beginn der Punktrunde: „Die Vorbereitung ist vorbei und für uns abgehakt. Wir hatten eine gute und intensive Trainingswoche und sind bereit für den Saisonstart. Die Mannschaft brennt darauf, dass es jetzt endlich um Punkte geht, und wir werden bereit sein.“
Rostock: Vier Testsiege und erhebliche Personalsorgen
Die Piranhas haben unter Trainer Marius Pöpel eine Vorbereitung mit vier Siegen aus fünf Begegnungen absolviert. Zum Auftakt setzte sich Rostock in Weißwasser mit 5:4 gegen GKS Katowice durch. Beim anschließenden Gastspiel in England folgten ein 4:3-Erfolg und eine 0:7-Niederlage gegen Milton Keynes Lightning. Zum Abschluss gewannen die Ostseestädter zu Hause mit 6:4 gegen die Saale Bulls Halle und auswärts mit 8:3 bei den Beach Devils Timmendorfer Strand. Damit sammelte die Mannschaft Selbstvertrauen, musste allerdings zugleich mehrere personelle Rückschläge verkraften.
Der Kader wurde im Sommer deutlich verändert. Torhüter Timon Bätge wechselte nach Amberg, Verteidiger Louis Stromberg nach Erding und Connor Hannon zu den Lausitzer Füchsen. Im Angriff zog es Manuel Nix nach Heilbronn, Liam Fraser zu den Swindon Wildcats und Reed Stark nach Weiden. Zudem verabschiedeten die Piranhas Filip Stopinski und Walther Klaus.
Für die Defensive kamen Mika Hupach und Yannis Walch aus Herford sowie Erik Hoffmann und Erik Gollenbeck aus Halle. Im Angriff verstärkten sich die Piranhas unter anderem mit Louis Postel aus Erfurt, Jannick Stein aus Rosenheim und Dante Hahn aus Deggendorf. Fedor Kolupaylo wechselte direkt vom Pferdeturm an die Küste. Zusätzliche Unterstützung kann Förderlizenzverteidiger Lenny Elwing von den Lausitzer Füchsen bringen. Das Rostocker Torhüterduo bilden der ehemalige Indians-Schlussmann Sebastian Albrecht und Neuzugang Rodion Schumacher.
Kolupaylo und Kaleinikovas rücken in den Fokus
Zu den prägenden Offensivspielern der Piranhas gehört Jesper Öhrvall. Mit 21 Toren und 50 Vorlagen war der Schwede in der vergangenen Saison erneut Rostocks punktbester Spieler. Neu hinzugekommen ist sein Bruder Emil, der zuletzt beim HC Vita Hästen neun Treffer und 27 Vorlagen verbuchte. Auf Jesper müssen die Gastgeber zum Auftakt allerdings verzichten: Nach jüngsten Meldungen wird seine Rückkehr erst im Oktober erwartet. Auch Dante Hahn steht voraussichtlich noch nicht wieder zur Verfügung.
Besonders schwer wiegen außerdem die langfristigen Ausfälle von Reid Petryk und Erik Gollenbeck. Der als erfahrener Mittelstürmer verpflichtete Petryk muss mehrere Monate pausieren. Gollenbeck fällt nach seiner Verletzung im Test gegen Halle nach Vereinsangaben für die Saison aus. Auch Joey Luknowsky fehlt laut aktueller Berichterstattung länger.
Mit Mark Kaleinikovas verpflichtete Rostock deshalb einen zusätzlichen Importangreifer. Der litauische Nationalspieler erzielte zuletzt für die Bloomington Bisons in der ECHL 14 Tore und 18 Vorlagen in 56 Partien. Gemeinsam mit Emil Öhrvall und Kolupaylo dürfte er angesichts der Ausfälle besonders viel offensive Verantwortung übernehmen. Kolupaylo bringt dabei die den Indians bestens bekannte Mischung aus Tempo, Durchsetzungsvermögen und körperbetontem Spiel mit. Für Hannover wird es darauf ankommen, diesen Angreifern wenig Raum zur Entfaltung zu geben und vor dem von Albrecht oder Schumacher gehüteten Tor konsequent nachzusetzen.
Herne: Wiedersehen mit Soccio, Palka und Bräuner
Am Sonntag richtet sich der Blick auf den Pferdeturm. Mit dem Herner EV reist eine Mannschaft an, deren neuer Cheftrainer in Hannover bestens bekannt ist: Lenny Soccio, früher selbst an der Bande der Indians, übernahm die Miners zur neuen Saison. Auch auf dem Eis gibt es ein Wiedersehen. Dennis Palka und Sofiene Bräuner trugen bereits gemeinsam das Indians-Trikot und gehören inzwischen zu den etablierten Kräften am Gysenberg. Bräuner ist sowohl auf dem Flügel als auch im Zentrum einsetzbar und bringt seine läuferischen Qualitäten auch in Über- und Unterzahl ein.
Herne hat seinen Kader an mehreren Stellen verändert. Niklas Heyer wechselte zu den Harzer Falken, Marius Demmler zu den Schönheider Wölfen. Lennart Schmitz und Julian Herbold schlossen sich den Eisadlern Dortmund an. Zu den Verstärkungen zählen Bauer Neudecker aus Füssen, Christian Kretschmann aus Freiburg sowie Gianluca Balla und Daniel Reichert aus Hamm. In der Abwehr kamen Christian Obu aus Peiting, Erek Virch aus Duisburg und Jesper Müllejans aus Bayreuth hinzu. Tjark Kölsch, zuvor bereits per Förderlizenz für Herne im Einsatz, wechselte fest aus Bad Nauheim an den Gysenberg.
Ford, Munichiello und Neudecker als offensive Leistungsträger
Die wichtigste offensive Konstante bleibt Nick Ford. Der US-Amerikaner erzielte in der vergangenen Saison 34 Tore und bereitete 47 weitere Treffer vor. Mit 81 Punkten war er Hernes Topscorer. Ebenfalls verlängert hat Tommy Munichiello, der mit 27 Toren und 33 Vorlagen auf 60 Punkte kam. Beide bilden weiterhin einen wesentlichen Teil des offensiven Gerüsts.
Mit Neudecker kommt ein weiterer gefährlicher Angreifer hinzu: In seinen vier Spielzeiten für Füssen sammelte er 201 Punkte in 157 Begegnungen. Kretschmann bringt die Erfahrung aus mehr als 600 DEL- und DEL2-Spielen sowie Qualitäten am Bullypunkt und in den Special Teams mit. Zusammen mit den Zugängen Balla und Reichert geben sie Soccio zusätzliche Möglichkeiten, die offensive Verantwortung auf mehrere Reihen zu verteilen.
Im Tor mussten die Miners ihre ursprünglichen Planungen bereits korrigieren. Als neues Duo waren Adam Beukeboom aus Timmendorf und Dieter Geidl, zuletzt beim ESV Buchloe, vorgesehen. Wegen Beukebooms langfristigen Ausfalls verpflichtete Herne jedoch kurz vor Saisonbeginn Leon Jessler aus Grefrath. Zusätzlich soll Ole Blumenkamp von den Krefeld Pinguinen regelmäßig Spielpraxis bei den Miners erhalten.
Gemischte Testbilanz – gefährliche Ansätze
Die Vorbereitung beendete Herne mit zwei Siegen aus sechs Spielen. Niederlagen gab es gegen die Düsseldorfer EG (1:6), die Hannover Scorpions (2:6) und zweimal gegen die Hammer Eisbären (4:7 und 3:5). Gegen die Eisadler Dortmund setzte sich der HEV mit 6:1 durch, gegen die Ratinger Ice Aliens mit 5:3.
Dass die Mannschaft trotz dieser gemischten Bilanz gefährlich ist, zeigte die Generalprobe gegen Hamm: Die Miners führten bereits mit 3:0, ehe die Eisbären die Partie drehten. Munichiello traf dabei erneut und bestätigte seine gute Form aus den Testspielen. Für die Indians wird es deshalb wichtig sein, die Herner Angreifer früh unter Druck zu setzen, Scheibenverluste im Spielaufbau zu vermeiden und dem Gegner möglichst wenige Überzahlsituationen zu ermöglichen.
Freitag live auf SpradeTV – Sonntag gemeinsam am Pferdeturm
Nach den Wochen der Vorbereitung bietet sich den Indians nun die erste Gelegenheit, die gemeinsame Arbeit in Punkte umzusetzen. Zunächst gilt es, an der Ostsee einen konzentrierten Saisonauftakt hinzulegen. Am Sonntag soll dann mit der Unterstützung der eigenen Fans der erste erfolgreiche Heimauftritt der Hauptrunde folgen.
Das Auswärtsspiel bei den Rostock Piranhas am Freitag um 20 Uhr wird live auf SpradeTV übertragen. Tickets für die Heimpremiere gegen den Herner EV am Sonntag um 19 Uhr sind im offiziellen Ticketshop erhältlich.