Mit einem gemeinsamen Fanmarsch für den Erhalt des Eishockeystandorts am Pferdeturm beginnt heute Nachmittag das zweite Saisonwochenende der EC Hannover Indians in der Oberliga Nord.

Die Initiative „Zukunft Pferdeturm“ organisiert vor dem Heimspiel gegen die Saale Bulls Halle eine Veranstaltung mit anschließender Podiumsdiskussion am Kantplatz. Unterstützt wird die Aktion auch von den Anhängern der Fans der befreundeten Saale Bulls, die mit mehreren Fanbussen und vielen Privatfahrern anreisen werden. Die Oberligapartie beginnt um 20:00 Uhr.

Am Sonntag, 27. September, treten die Indians um 16:00 Uhr bei den TecArt Black Dragons Erfurt an.

Fanmarsch und öffentliche Diskussion zur Zukunft des Pferdeturms

Der Erhalt des Pferdeturms und eine verlässliche Perspektive für den Eissport stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Ab 15:00 Uhr treffen sich die Teilnehmer auf dem Schaperplatz in Kleefeld. Gegen 16:20 Uhr beginnt der gemeinsame Marsch zum Kantplatz. Dort ist ab etwa 17:00 Uhr eine Podiumsdiskussion mit der Faninitiative, Fanvertretern aus Halle, Vertretern der Indians und Gästen aus der Politik vorgesehen. Gegen 18:00 Uhr folgt die abschließende Kundgebung. Anschließend geht es ab etwa 18:30 Uhr weiter zum Eisstadion.

Die Veranstaltung findet zwei Tage vor der Stichwahl um das hannoversche Oberbürgermeisteramt statt. Amtsinhaber Belit Onay hat seine Teilnahme nach Mitteilung der Faninitiative kurzfristig abgesagt. Sein Gegenkandidat Axel von der Ohe nimmt an der Veranstaltung teil. Auch Belgin Zaman, Bezirksbürgermeisterin für Kleefeld, Heideviertel und Groß-Buchholz und Sabrina Kahmann von der CDU haben zugesagt.

Aus Halle werden unter dem Motto „Alarmstufe Rot“ zwei Doppeldeckerbusse sowie weitere privat anreisende Anhänger erwartet. Mit ihrer Teilnahme unterstützen die Gästefans das Anliegen am Pferdeturm und knüpfen an frühere gemeinsame Aktionen an. Bei „Alle nach Halle“ hatten sich Anhänger der Indians für den Erhalt des dortigen Eishallenstandorts eingesetzt. Diese Unterstützung möchten die Hallenser nun zurückgeben.

Saisonauftakt: Niederlage in Rostock, Heimsieg gegen Herne

Die EC Hannover Indians haben das Auftaktwochenende der Oberliga Nord mit drei Punkten abgeschlossen. Auf die 1:4-Niederlage bei den Rostock Piranhas folgte am Sonntag ein 5:3-Heimsieg gegen die Herner EV Miners.

In Rostock brachte Mathieu Pompei den ECH in Überzahl in Führung. Die Gastgeber glichen allerdings bereits eine Minute später aus. Ein weiterer Überzahltreffer der Piranhas kurz vor der zweiten Pause und ein erfolgreich abgeschlossener Konter zu Beginn des Schlussdrittels entschieden den weiteren Spielverlauf zugunsten der Rostocker. Der vierte Treffer fiel in der Schlussphase ins leere Hannoveraner Tor.

Gegen Herne setzte sich die Mannschaft von Michael Baindl trotz dreier Rückstände durch. Tyler McNeely und Alec Zawatsky erzielten jeweils zwei Tore, Jussi Petersen traf zur 4:3-Führung. Ausschlaggebend war hier das Schlussdrittel, in dem die Indians drei Treffer erzielten und ohne Gegentor blieben. Damit gelang dem ECH nach der Niederlage zum Auftakt ein erfolgreicher erster Heimauftritt.

Trinkberger kehrt zurück, Alderson und Menner fallen aus

Für die beiden bevorstehenden Begegnungen stehen Brandon Alderson und Maximilian Menner verletzungsbedingt beziehungsweise aufgrund ihres Aufbautrainings nicht zur Verfügung. Zurück im Kader ist dagegen Luca Trinkberger. Der Allrounder, der sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung einsetzbar ist, kehrt nach langer Verletzungspause ins Aufgebot der Indians zurück und bietet Trainer Michael Baindl somit neue Möglichkeiten in der Zusammenstellung der Formationen.

Halle mit verändertem Kader und umfangreicher Vorbereitung

Die Saale Bulls haben vor dem Ligastart acht Testspiele absolviert. Drei davon entschieden sie für sich: Gegen den SC Riessersee gewann Halle mit 5:2, gegen die Selber Wölfe zu Hause mit 4:3 nach Penaltyschießen und zum Abschluss gegen die Hannover Scorpions mit 5:4.

Dem standen Niederlagen gegen die Lausitzer Füchse (1:5), in Selb (2:4), bei den Scorpions (2:8), gegen die Eispiraten Crimmitschau (0:4) und in Rostock (4:6) gegenüber. Die Vorbereitung bot der personell deutlich veränderten Mannschaft damit Vergleiche mit Gegnern aus beiden Oberligen und der DEL2.

Zum Pflichtspielauftakt setzte sich das Team von Cheftrainer und Sportdirektor Christian Hommel mit 6:2 gegen Erfurt durch. Bereits nach dem ersten Drittel führten die Saale Bulls mit 4:0. Zwei Tage später folgte ein 4:8 bei den Hannover Scorpions. Dort lag Halle nach 20 Minuten mit 2:1 vorn, verlor den Mittelabschnitt jedoch mit 0:5. Zwei weitere Treffer im Schlussdrittel änderten nichts mehr an der Niederlage.

Mit zehn Toren an den ersten beiden Spieltagen haben die Saale Bulls ihre Offensivqualität bereits unter Beweis gestellt. Gleichzeitig stehen zehn Gegentreffer zu Buche. Die defensive Stabilität bleibt damit eine wichtige Aufgabe für die neu zusammengestellte Mannschaft.

Fünf ehemalige Indians im Aufgebot der Saale Bulls

Mit Julian Wäser, Fabian Belendir, Émil Lessard-Aydin, Calder Anderson und Robin Palka gehören fünf ehemalige Indians zum aktuellen Hallenser Kader. Wäser, Belendir, Lessard-Aydin und Anderson standen noch in der vergangenen Saison für den ECH auf dem Eis. Palka war bereits zuvor an die Saale gewechselt.

Wäser und Belendir verstärken die Verteidigung der Gäste. Im Angriff kommt Lessard-Aydin eine wichtige Rolle zu. Mit 24 Treffern war er in der vergangenen Saison der erfolgreichste Torschütze der Indians. Anderson wurde unmittelbar vor dem Saisonstart verpflichtet und erzielte bereits beim Auftaktsieg gegen Erfurt sein erstes Pflichtspieltor für Halle.

Auch darüber hinaus haben die Saale Bulls zahlreiche Positionen neu besetzt. Der ehemalige Nationalspieler John Rogl wechselte vom ESV Kaufbeuren in die Defensive, Petr Heider kam von den Wölfen Freiburg. Beide bringen umfangreiche Erfahrung aus höheren Spielklassen mit.

Im Angriff verpflichtete Halle Nick Huard vom EK Zell am See. Kyle Bollers kam nach einer kurzen Station beim EC Bad Nauheim; zuvor hatte er für die Bayreuth Tigers mit 31 Toren und 64 Vorlagen seine Offensivqualitäten gezeigt. Brett Ouderkirk wechselte vom ECDC Memmingen an die Saale, Marcel Tabert von den Selber Wölfen. Florian Reinwald steht über eine Förderlizenz der Fischtown Pinguins Bremerhaven zur Verfügung. Nachwuchstorhüter Lex Kasakow kam von den Eispiraten Crimmitschau und hatte zuletzt Spielpraxis in der Chemnitzer U20 gesammelt.

Den Zugängen stehen zahlreiche Abgänge gegenüber. Mit Tomi Wilenius, Elvijs Biezais und Jesper Åkerman verließen die bisherigen Kontingentspieler den Verein. Nicht mehr zum Kader gehören außerdem unter anderem die Torhüter Daniel Allavena und Kai Kristian sowie Patrick Schmid, Sergej Stas, Erik Hoffmann, Lars Schiller, Nicolas Cornett, Erik Gollenbeck und Sebastian Christmann. Aaron Reinig wechselte von Halle zu den Indians. Alex Berger schloss sich inzwischen den Black Dragons Erfurt an.

Marco Wölfl nachverpflichtet – Saison für Patrik Cerveny beendet

Auf der Torhüterposition mussten die Saale Bulls kurzfristig reagieren. Patrik Cerveny, der im Sommer aus Freiburg nach Halle zurückgekehrt war, fällt nach einer im Training erlittenen Verletzung für die gesamte Saison aus.

Als Ersatz verpflichtete der Verein am 22. September Marco Wölfl. Der Schlussmann war zuletzt ebenfalls in Freiburg tätig und spielte zuvor für die Hannover Scorpions. Er verfügt über Erfahrung aus der DEL, der DEL2 und der Oberliga. Gemeinsam mit Nils Kapteinat soll er der Mannschaft den erforderlichen Rückhalt geben.

Auch in der Verteidigung und im Angriff muss Hommel Ausfälle ersetzen. Vojtech Suchomer steht aufgrund einer Oberkörperverletzung nach Vereinsangaben voraussichtlich vier Monate nicht zur Verfügung. Bei Brett Ouderkirk ist wegen Komplikationen im Heilungsverlauf weiterhin offen, wann er eingesetzt werden kann. Seine Situation war der Anlass für die zusätzliche Verpflichtung Andersons.

Erfahrung und Offensivqualität bestimmen Halles Anspruch

Die Saale Bulls verfolgen mit der Perspektive DEL2 weiterhin ambitionierte sportliche Ziele. Der Kader ist mit erfahrenen Verteidigern und mehreren nachgewiesen torgefährlichen Angreifern darauf ausgerichtet, in der Oberliga Nord im Vorderfeld mitzuspielen. Entscheidend wird sein, wie schnell sich die neu besetzten Mannschaftsteile aufeinander abstimmen und wie die verletzungsbedingten Ausfälle aufgefangen werden.

Im Angriff zählen Huard als Spielgestalter sowie Bollers mit seiner Abschluss- und Vorlagenqualität zu den Schlüsselspielern. Hinzu kommen Lessard-Aydin und Anderson, deren Stärken am Pferdeturm bekannt sind. Palka, Adam Domogalla und Thomas Merl ergänzen die Offensive mit Erfahrung und Qualität.

Rogl und Heider übernehmen wichtige Aufgaben in der Defensive und beim Spielaufbau. Hommel legt bei seinen Neuzugängen zudem Wert auf körperliche Präsenz, frühes Stören des gegnerischen Aufbaus und die Arbeit in beide Richtungen. Halle verfügt damit über unterschiedliche offensive Möglichkeiten und die personellen Voraussetzungen für ein intensives Zweikampfspiel.

Erfurt mit ausgeglichener Testspielbilanz

Am Sonntag folgt für die Indians das Auswärtsspiel in der Erfurter „Kartoffelhalle“. Die Black Dragons absolvierten sechs Vorbereitungsspiele und kamen dabei auf drei Siege und drei Niederlagen.

Gegen den tschechischen HC Stadion Cheb unterlagen sie zunächst auswärts mit 2:4, ehe das Heimspiel mit 3:2 gewonnen wurde. Beide Vergleiche mit den Höchstadt Alligators entschieden die Thüringer für sich: Auf ein 5:2 zu Hause folgte ein 3:2 in Höchstadt. Zum Abschluss der Vorbereitung gingen beide Begegnungen mit den Mighty Dogs Schweinfurt verloren, mit 1:2 auswärts und 2:4 auf eigenem Eis.

Das erste Punktspielwochenende endete für die Mannschaft von Trainer Sebastian Wolsch ohne Zähler. Nach dem 2:6 in Halle unterlag Erfurt den Rostock Piranhas zu Hause mit 2:3. Dabei holten die Black Dragons einen 0:2-Rückstand durch Treffer von Petr Gulda und Harrison Reed auf. Erst ein spätes Gegentor in Unterzahl entschied die Begegnung zugunsten der Gäste.

Vor dem Heimspiel gegen die Indians sind die Erfurter am Freitag beim Herner EV gefordert.

Lagacé, Kiss und Hertel mit Hannoveraner Vergangenheit

Auch der Erfurter Kader umfasst drei ehemalige Indians-Spieler. Jacob Lagacé wechselte im Sommer direkt vom Pferdeturm zu den Black Dragons. Der kanadische Angreifer soll mit seiner Erfahrung und Spielübersicht eine zentrale Rolle in der Offensive übernehmen. Joe Kiss gehört ebenfalls zum Aufgebot. Philipp Hertel kehrte nach zwei Spielzeiten bei den KSW IceFighters Leipzig nach Erfurt zurück und verstärkt die Verteidigung.

Neu im Angriff ist außerdem Frédéric Potvin. Der Kanadier kam von den Diables Rouges de Valenciennes aus der zweiten französischen Liga. Petr Gulda wechselte vom TEV Miesbach zurück nach Thüringen. Er ist sowohl in der Verteidigung als auch im Angriff einsetzbar und bringt zusätzliche Erfahrung mit.

Nach erfolgreichen Tryouts erhielten zudem Konstantin Melnikow und Alex Berger Verträge. Melnikow spielte zuvor für die Mighty Dogs Schweinfurt, Berger für die Saale Bulls Halle. Jonas Fontana stammt aus dem Dresdner Nachwuchs und hatte bereits in der vergangenen Saison Einsätze für Erfurt. Mit Phil Bischoff und Jesper Satzky wurden zwei Spieler aus der eigenen U20 fest in den Oberligakader übernommen.

Vor allem im Angriff müssen die Black Dragons wichtige Abgänge ersetzen. Miro Markkula schloss sich den Rittner Buam an, Santeri Haarala wechselte zu den Füchsen Duisburg und Chris Seto zu den Eisadlern Dortmund. Auch Lukas Mannes spielt inzwischen in Dortmund. Robin Erkinjuntti ging nach Neuwied, Louis Postel nach Rostock, Niklas Jakob nach Peiting und Tom Banach nach Herford. Florian Apitz verließ den Verein ebenfalls.

Erfurt verbindet erfahrene Leistungsträger mit Nachwuchsförderung

Mit der Einbindung eigener Talente setzen die Black Dragons ihren „Erfurter Weg“ fort. Junge Spieler sollen neben erfahrenen Mannschaftskollegen Verantwortung übernehmen und sich im Oberligateam weiterentwickeln. Nach der knapp verpassten Playoffteilnahme der vergangenen Saison besitzt Erfurt mit dieser Mischung die Voraussetzungen, im Rennen um die Endrundenplätze eine Rolle zu spielen.

Lagacé, Potvin und Harrison Reed bilden das kanadische Angriffstrio. Reed steht nach seiner langen Verletzungspause wieder zur Verfügung und war gegen Rostock bereits als Torschütze erfolgreich. Die drei Angreifer sind wichtige Faktoren für die Spielgestaltung und die offensive Durchschlagskraft.

Kapitän Enzo Herrschaft gehört zum bewährten Mannschaftskern. In der Defensive stehen mit René Kramer, Eric Wunderlich, Gulda und Hertel mehrere erfahrene Spieler zur Verfügung. Patrick Glatzel kommt als Rückhalt im Tor eine wichtige Rolle zu.

Die knappe Niederlage gegen Rostock verdeutlicht, dass Erfurt trotz des punktlosen Auftakts über die Qualität verfügt, enge Begegnungen offen zu halten. Mit der Erfahrung im Tor und in der Defensive sowie den neu zusammengestellten Angriffsformationen stellen die Black Dragons eine anspruchsvolle Auswärtsaufgabe dar.

Tickets bitte im Vorverkauf erwerben

Aufgrund des zu erwartenden großen Fanzuspruchs für dieses Spiel, wird darum gebeten, möglichst den Vorverkauf zu nutzen um lange Schlangen an der Abendkasse zu vermeiden und den Einlass zügig zu organisieren.

Tickets für die heutige Partie sind unter www.indians-tickets.de erhältlich.

Sonntag bereits um 16 Uhr in Erfurt

Am Sonntag, 27. September, treten die Indians um 16:00 Uhr bei den TecArt Black Dragons Erfurt in der „Kartoffelhalle“ an. Dieses Spiel wird im Livestream bei SpradeTV zu sehen sein.

Foto: Unikut

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